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Pressekonferenz: Medienförderung - Differenzierte Qualität statt Gießkanne und Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Gruppen

05.05.2017
Foto: Christian Diabl
Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Termin bei Medienminister Thomas Drozda.Die Vergabe der neuen Medienförderung muss für unterschiedliche Medienleistungen nach differenzierten Qualitätskriterien erfolgen.

Wien - „Die Medienförderung muss zu einer wirklichen Qualitätsförderung werden. Es
braucht eine Überwindung der Förderung durch die Gießkanne“, so die Plattform Mediana.

Die Plattform Mediana präsentiert heute ihr Positionspapier zur geplanten Medienförderung von Bundesminister Drozda. Das Positionspapier wurde unter breiter Beteiligung von NGOs und Personen aus dem Medien- und Kultursektor erarbeitet und ist von einem breiten Konsens getragen. Die an der Plattform Beteiligten betonen die Relevanz von Qualitätskriterien. Dr. Alexander Baratsits hält fest: „Qualität ist anhand von konkreten Kriterien objektivierbar. Dazu gehört die Anwendung des korrekten Kollektivvertrags, das Vorhandensein und die Einhaltung eines Redaktionsstatutes und die Anerkennung des Presserates.“ Es braucht eine Pluralismusförderung. Qualitätsjournalismus muss besonders für nichtkommerziell ausgerichtete Medien
kontinuierlich leistbar sein, stehen sie doch – ganz im Sinne der vierten Gewalt – für jene
Unabhängigkeit und Pluralität, die für eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft nicht nur höchst profitabel, sondern schlicht unverzichtbar ist. Die Unterzeichner kritisieren deshalb die geplante Einschränkung der förderungsfähigen Projekte: „Der Förderungsausbau muss sich auch auf nichtkommerzielle Print- und Onlinemedienerstrecken“, fordert Mag. Evelyn Schalk von der IG Kultur Österreich.
Gru?ndungsförderung für innovative Medienprojekte Dieter Zirnig, Gründer des bereits mehrfach ausgezeichneten Politik- und Wahljournals neuwal.com betont, dass digital-only-Projekte besondere finanzielle Unterstützung im Rahmen der Medienförderung brauchen, etwa über einen nachhaltig dotierten Gründungsfonds. „Medienvermittlungsprojekte wie neuwal sind sonst trotz ihres großen
gesellschaftlichen Mehrwertes anfangs schlicht nicht zu finanzieren“, so Zirnig.
Mehr finanzielle Mittel für alle Mediengattungen – für eine Erweiterung des NKRF
Eine Erhöhung der Förderung – und damit Anerkennung der unzureichenden Finanzierung – darf sich nicht auf den Sektor der Printmedien beschränken. Nicht nur jener Teil der
Medienförderung, der an die Presse geht, muss finanziell aufgestockt werden. Freie Radios und Community TV leisten innerhalb des österreichischen Rundfunkangebots einen
einmaligen Beitrag zur Inklusion und Meinungsvielfalt. Dr.in Helga Schwarzwald,
Geschäftsfu?hrerin des Verbandes Freier Radios Österreich, fordert daher: „Die Mittel für den 'Nichtkommerziellen Rundfunkfonds' (NKRF) bedürfen einer Anhebung, um werbefreies, für die Beteiligung der Bevölkerung offenes Radio und Fernsehen qualitätsvoll weiterzuentwickeln.“

Breite Allianz: Termin für alle Stakeholder mit Bundesminister Drozda
Der konkrete Gesetzesvorschlag des Ministers ist für die nächsten Wochen zu erwarten. Die Plattform Mediana, bestehend aus bisher nicht ausreichend am Verhandlungsprozess
beteiligten Stakeholdern, präsentiert deshalb Qualitätskriterien als Beitrag zu dieser
gesellschaftlich höchst relevanten Gesetzesreform. Das Positionspapier der Plattform Mediana wird von der IG Kultur Österreich, dem Verband Freier Radios Österreich und dem Freien Radio Oberösterreich FRO, dem Politik- und Wahljournal neuwal.com, dem Verband Community Fernsehen Österreich und der Kulturplattform Oberösterreich unterstützt. „Zivilgesellschaftlichen AkteurInnen der österreichischen Medienlandschaft muss die Gelegenheit gegeben werden, Bundesminister Thomas Drozda ihre Positionen zur Reform darzulegen“, fordern Thomas Diesenreiter, Geschäftsführer der Kulturplattform Oberösterreich und Andreas Wahl, Geschäftsführer von Radio FRO. Dazu haben sie Medienminister Thomas Drozda das Positionspapier übermittelt und ihn um einen Gesprächstermin gebeten, um die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Verhandlungen um die Medienförderung sicherzustellen.

Rückfragen & Kontakt:
Dr. Alexander Baratsits, Plattform Mediana
Mail: baratsits@baratsits.at
Tel.: +43 (0) 676 5087335
Dieter Zirnig, Gründer Politik- und Wahljournal neuwal.com
Mail: dieter.zirnig@neuwal.com
Tel.: +43 (0) 676 4965959
Dr.in Helga Schwarzwald, Geschäftsführung Verband Freier Radios Österreich
Mail: office@freie-radios.at
Tel.: +43 (0) 680 2368889
Mag. Evelyn Schalk, IG Kultur Österreich
Mail: schalk@mur.at
Tel.: +43 (0) 676 3009363
Mag. Andreas Wahl, Geschäftsführung Radio FRO 105.0 MHz
Mail: andreas.wahl@fro.at
Tel: +43 (0) 660 7172771
Thomas Diensenreiter, Geschäftsführer Kulturplattform Oberösterreich
Mail: thomas.diesenreiter@kupf.at
Tel.: +43 (0) 664 7824525


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